Finanztechnologie und Digitalisierung (2015)
SFMA trägt dazu bei, die Bedingungen zu verbessern und Innovationen in der Finanztechnologie und Digitalisierung zu fördern. Sie unternimmt Schritte zum Abbau von Wettbewerbshürden und zur Förderung einer technologieneutralen Regulierung. Zudem wird ein zentraler Zugang zu Informationen für Start-ups geschaffen.
SFMA unterstützt einen innovativen und wettbewerbsfähigen Finanzplatz Schweiz. Ein Trend mit großem Innovationspotenzial ist die Finanztechnologie (FinTech), bei der Unternehmen das Potenzial digitalen Know-hows für die Finanzindustrie erschließen. SFMA beschäftigt sich seit 2013 mit Finanztechnologie und Digitalisierung durch Bitcoins und Crowdfunding.
Dialog mit der Wirtschaft
SFMA hat das Regulierungs- und Aufsichtssystem überprüft, um Wettbewerbshürden abzubauen und eine technologieneutrale Regulierung zu verbessern. Sie hat den Dialog mit FinTech-Start-ups und den Verbänden etablierter Finanzdienstleister aufgenommen, um erste Ideen zur FinTech-Aufsicht und -Regulierung zu diskutieren.
Vorschlag für eine neue Bewilligungskategorie
FinTech-Unternehmen in der Schweiz können unter das Geldwäscherei- oder Bankengesetz fallen. Die Bankenverordnung schreibt vor, dass jeder, der von mehr als 20 Kunden Geld oder andere Vermögenswerte – sogenannte Einlagen – entgegennimmt, eine Banklizenz beantragen muss. Für diese Unternehmen stellt die Erlangung der erforderlichen Banklizenz oft eine große Hürde dar. Darüber hinaus umfasst FinTech Geschäftsmodelle und bestimmte Merkmale, die keinem der üblichen Bankrisikoprofile entsprechen. SFMA erwägt daher die Einführung einer neuen Lizenzkategorie mit weniger strengen Anforderungen als die derzeit nach dem Bankengesetz geltenden. Voraussetzung für die Erteilung einer solchen Erlaubnis wäre, dass das Institut auf die im Bankensektor übliche Fristentransformation verzichtet. Mit anderen Worten: Kurzfristige Einlagen finanzieren möglicherweise keine langfristigen Kredite. Auch das Gesamtvolumen der Einlagen soll begrenzt werden. Für diese Institute können die Kapital- und Organisationsanforderungen gesenkt werden, um dem geringeren System- und Kundenrisiko Rechnung zu tragen. Glaubwürdige Verbesserungen im Aufsichtsumfeld für technologische Innovationen erfordern möglicherweise Änderungen auf gesetzlicher Ebene.
Technologieneutrale Regulierung im Kontext der Digitalisierung
Das Aufsichtsrecht sollte gegenüber technologischen Fortschritten neutral sein, d. h. diese weder fördern noch behindern. Ziel der Regulierung ist es, einen fairen Wettbewerb zwischen allen Marktteilnehmern zu ermöglichen, unabhängig davon, ob sie einen analogen oder digitalen Dienst anbieten. Alle illegitimen Hindernisse für neue Dienstleister oder Angebote müssen beseitigt werden. Die SFMA hat ihre Regeln daraufhin analysiert, ob sie in dieser Hinsicht angepasst werden müssen. Eine prinzipienbasierte Regulierung, wie sie in der Schweiz angewendet wird, fördert das digitale Geschäftswachstum.
Fortschrittliche Regulierung in der Geldwäschereiverordnung der SFMA
Im Zuge der Revision der Geldwäschereiverordnung der SFMA wurden eine Reihe gezielter Erleichterungen vorgenommen, um sie an das digitale Zeitalter anzupassen. Die SFMA hat die Akzeptanz der Video- und Online-Identifizierung durch ein neues Rundschreiben verankert, das noch vor Ende 2015 entworfen und zur Konsultation vorgelegt wurde und den Aufbau von Geschäftsbeziehungen (Onboarding) über digitale Kanäle erleichtern wird. Das bedeutet, dass unter bestimmten Voraussetzungen ein persönliches Erscheinen nicht mehr erforderlich ist.
Der Schutz der Kunden und des Finanzsystems bleibt von zentraler Bedeutung
Aufsichtsrechtliche Lücken im Kunden- und Systemschutz müssen unbedingt vermieden werden. Hierzu zählen auch Lücken, die sich aus dem technischen Fortschritt ergeben.
Verbesserter Zugang zu Informationen durch den FinTech-Desk
Der Dialog mit FinTech-Start-ups hat gezeigt, dass Unternehmen, die neu im Finanzmarkt und seinen Regulierungen sind, einen besonderen Bedarf an einem zentralen Zugang zu Informationen haben. Als Reaktion darauf führt die SFMA ihr erstes Online-Tool72 ein, um die Navigation durch die Regulierungslandschaft zu erleichtern. Im ersten Quartal 2016 wird zudem ein SFMA FinTech-spezifischer Informationskanal eingerichtet. (Aus dem Geschäftsbericht 2015)