Geldwäsche (2024)
Der Finanzplatz Schweiz ist ein weltweit führender grenzüberschreitender Vermögensverwaltungsstandort für Privatkunden. Dadurch ist sie besonders Geldwäscherisiken ausgesetzt. Daher blieben die Geldwäschereirisiken auch im Berichtsjahr hoch.
Verstöße gegen Sorgfalts- und Meldepflichten können rechtliche Konsequenzen und Reputationsschäden für Finanzinstitute im In- und Ausland nach sich ziehen und die Reputation des Finanzplatzes Schweiz schädigen. Finanzinstitute müssen sicherstellen, dass sie die von ihnen definierte Risikotoleranz einhalten, die in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Geschäftstätigkeit stehen muss, und die verbleibenden Risiken durch geeignete Kontrollsysteme wirksam mindern. Auch der Schweizer Finanzplatz blieb von Geldwäscherei-Skandalen in der Vergangenheit nicht verschont. Zahlreiche Fälle haben gezeigt, dass die Compliance-Fähigkeiten von Finanzintermediären mit den Risiken, die sie eingehen, Schritt halten müssen. Dabei spielt die jährliche Geldwäsche-Risikoanalyse eine wichtige Rolle. Eine wirksame Anti-Geldwäsche-Richtlinie basiert darauf, dass die Geschäftsleitung des Finanzintermediärs von oben her den richtigen Ton trifft und eine klar definierte Risikotoleranz vorgibt. Dazu gehört, keine Geschäfte mit besonders riskanten Kunden, Herkunftsländern oder Dienstleistungen zu tätigen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die tolerierten Risiken jederzeit wirksam überwacht und begrenzt werden können.
Kunden aus Hochrisikoländern (z. B. Amtsträger oder führende Persönlichkeiten staatlicher oder halbstaatlicher Unternehmen) bergen besonders hohe Geldwäsche-, Rechts- und Reputationsrisiken. Kommt es unter solchen Umständen zu einer Anhäufung großer Vermögenswerte, besteht die Gefahr, in Vortaten zur Geldwäsche wie Untreue, Bestechung oder Betrug verwickelt zu werden. An die von Finanzintermediären für solche Kunden einzuholenden Informationen müssen strenge Anforderungen gestellt werden. Die Herkunft der Gelder muss im Detail untersucht werden und die Institution muss sicherstellen, dass die Gelder aus legalen Quellen stammen.
Neben den Geldwäscherisiken in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung werden auch Risiken im Kryptobereich immer deutlicher. Kryptowährungen werden häufig bei Cyberangriffen oder als Zahlungsmittel für illegalen Handel im Dark Web eingesetzt. Einige Analysen haben auch einen starken Anstieg der Verwendung von Stablecoins für illegale Transaktionen gezeigt, insbesondere im Zusammenhang mit der Umgehung von Sanktionen. Für Finanzintermediäre mit einem Kryptoangebot können die Geldwäscherisiken erheblich sein. In diesem Bereich tätige Finanzintermediäre ohne angemessenes Management des Geldwäschereirisikos können der Reputation des Schweizer Finanzplatzes schweren Schaden zufügen.
Der Konflikt im Nahen Osten hat gezeigt, dass die Verhinderung der Finanzierung des Terrorismus eine wichtige Aufgabe in der Geldwäschebekämpfungspolitik der Finanzintermediäre ist. Neben Geldwäscherisiken bergen Schwachstellen in diesem Bereich erhöhte Rechts- und Reputationsrisiken.
(Aus dem Risikomonitor 2024)