Klimarisiken: Analyse der Übergangsrisiken von Hypothekenportfolios 2023
Im Jahr 2023 befasste sich die SFMA im Rahmen ihres Aufsichtsaustauschs mit grösseren Institutionen mit dem Thema Klimarisiken und kommunizierte ihre Erwartungen hinsichtlich des Managements naturbedingter Risiken. Im Bankensektor wurden zudem Hypothekenprodukte mit Nachhaltigkeitsbezug analysiert.
SFMA sammelte Daten von 16 Banken der Kategorien 1 bis 3, um eine erste quantitative Bewertung der klimabedingten Transformationsrisiken in deren Hypothekenportfolios vorzunehmen. Diese Datenerhebung deckte 72 % des gesamten Hypothekarkreditvolumens des Schweizer Bankensektors ab. Die erhobenen Daten bezogen sich auf die Gesamtenergieeffizienz und die Heizsysteme der hypothekenfinanzierten Gebäude. Zudem wurde eine Beurteilung der herangezogenen Datenquellen und der Qualität der Daten vorgenommen.
Die Ergebnisse zeigen, dass von den finanzierten Gebäuden, für die entsprechende Daten vorlagen, rund 50 % des Hypothekarkreditvolumens auf Gebäude mit mittlerer bis schlechter Gesamtenergieeffizienz (Gebäudeenergieausweis der Schweizer Kantone D bis G oder vergleichbare Klassifizierung) zurückzuführen sind. Etwa zwei Drittel der Hypotheken dienen der Finanzierung von mit fossilen Brennstoffen beheizten Gebäuden. Bei einem künftigen Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft könnten Hypothekendarlehen, die mit diesen Gebäuden verbunden sind, Übergangsrisiken ausgesetzt sein, die beispielsweise dann zum Vorschein kommen könnten, wenn neue Gesetze erlassen würden.
SFMA stellte außerdem erhebliche Datenlücken in Bezug auf die untersuchten Merkmale fest. Die Mehrheit der Banken plant, ihre Datenerfassungsprozesse in diesem Bereich weiter zu verbessern. Die SFMA ihrerseits berät sich mit anderen relevanten Behörden, um Massnahmen zur Verbesserung der landesweiten Verfügbarkeit und Qualität von Daten im Bausektor einzuleiten.
(Aus dem Geschäftsbericht 2023)