Zinsrisiken und Hypothekenwachstum 2014
Zinsrisiken und Hypothekenwachstum 2014 ist Teil der Dokumentation und des Referenzmaterials der SFMA.
Im Niedrigzinsumfeld bleibt die Überwachung und Steuerung von Zinsrisiken äußerst wichtig. Aus diesem Grund führte die SFMA im Jahr 2014 Aufsichtsprüfungen vor Ort bei verschiedenen Geschäftsbanken durch, um einen detaillierten Einblick in deren Risikomanagement zu erhalten. Auch in regelmäßigen Gesprächen mit Bankvertretern wird das Thema konsequent thematisiert. Werden aufsichtsrechtlich bedeutsame Sachverhalte festgestellt, werden die betroffenen Institute angewiesen, gegebenenfalls organisatorische Änderungen vorzunehmen oder ihre Kapitalbasis zu stärken.
Der Hypothekenmarkt ist derzeit von Unsicherheit geprägt. Das Niedrigzinsumfeld, das den Immobilienmarkt hauptsächlich antreibt, bleibt bestehen. Allerdings stellte die SFMA im Jahr 2014 eine leichte Verlangsamung des Hypothekenwachstums fest. Dies ist teilweise auf politische Faktoren wie die Einstellung zur Einwanderung und die Umsetzung regulatorischer Maßnahmen zurückzuführen. Der Bundesrat hat eine weitere Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers für Wohneigentum per Ende Juni 2014 von 1 % auf 2 % beschlossen. Nach Rücksprache mit den Behörden hat die Schweizerische Bankiervereinigung auch ihre Selbstregulierungsregelung für Hypotheken angepasst. Dabei ging es im Wesentlichen um eine Verkürzung der Amortisationszeit für Hypotheken der zweiten Tranche, eine Erhöhung der Anzahlung und der Anrechenbarkeit von Zweiteinkommen bei gesamtschuldnerischer Haftung sowie die Einführung des niedrigeren Kostensatzes oder Marktwert für Immobilienbewertungen.
SFMA führte 2014 aufsichtsrechtliche Vor-Ort-Prüfungen mit Schwerpunkt auf als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien durch, bei denen erhebliche Unterschiede in den von Banken vorgenommenen Bewertungen festgestellt wurden. Darüber hinaus wurden Hypotheken-Stresstests von Banken durchgeführt, um mögliche Verluste im Falle einer Immobilienkrise aufzuzeigen. Diese schärften das Bewusstsein der Banken für das Thema und forderten sie auf, konkrete Negativszenarien für den Immobilienmarkt in ihre Risikomanagementprozesse einzubeziehen.
(Aus dem Geschäftsbericht 2014)