FinTech: Fortschritts- und Statusbericht 2020

Ein Schwerpunkt der SFMA lag in den letzten Jahren in der Bearbeitung von Anfragen im Zusammenhang mit FinTech-basierten Geschäftsmodellen. Allein im Jahr 2020 führte sie in diesem Zusammenhang rund 100 Vorermittlungen durch. Ein wesentlicher Treiber hierfür war die große Anzahl von Initial Coin Offerings (ICOs) in der Schweiz.

Bei einem ICO übertragen Investoren typischerweise Vermögenswerte an einen ICO-Organisator und erhalten im Gegenzug neu geschaffene Blockchain-basierte Token. SFMA stellte kürzlich einen gewissen Rückgang der Anzahl solcher Angebote fest. Zudem gingen tendenziell weniger Meldungen über FinTech-Dienstleister ein, die möglicherweise unerlaubt tätig waren. Dieser rückläufige Trend dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich die Akteure im FinTech-Bereich inzwischen besser mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Angebote auskennen. Dadurch konnte die SFMA den Großteil der ausstehenden Untersuchungen abschließen. Um sicherzustellen, dass die Anforderungen des Finanzmarktrechts im FinTech-Bereich eingehalten werden, hat die SFMA die betroffenen Anbieter bei der Umsetzung von Massnahmen intensiv unterstützt bzw. solche Massnahmen im Rahmen von Enforcement-Verfahren angeordnet. Geschäftsmodelle mit Blockchain-Technologie stoßen bei Investoren immer noch auf großes Interesse. Dies machen sich unseriöse Finanzmarktakteure immer wieder zunutze, indem sie entsprechende Angebote lancieren und oft über einen Internetauftritt Kunden anwerben. Typischerweise versuchen sie, Anleger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und unter Beteiligung von Unternehmen und Produkten, die nicht existieren, dazu zu verleiten, in Kryptowährungen zu investieren. Sind der SFMA solche Finanzmarktteilnehmer bekannt, nimmt sie diese auf ihre Warnliste auf und alarmiert so die Anleger. Dabei konsultiert es auch die inländischen Strafbehörden und ausländischen Aufsichtsbehörden. Im Berichtsjahr wurden 140 Finanzmarktakteure auf die Warnliste gesetzt. (Aus dem Geschäftsbericht 2020)

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