Das mit Immobilien und Hypotheken verbundene Risikoniveau bleibt hoch (2024)

Die mit Immobilien und Hypotheken verbundenen Risiken sind für den Finanzplatz Schweiz von grosser Bedeutung. Daher legte die SFMA einen großen Aufsichtsschwerpunkt auf Kreditausfallrisiken und Risiken aus Bewertungen.

Mit den Zinssenkungen der Zentralbanken endete die Phase steigender Zinsen, die Kosten für die Finanzierung von Hypothekendarlehen sanken weiter, was die Nachfrage nach Immobilien belebte. Der Hypothekenmarkt zeigte im Berichtsjahr noch keine starke Reaktion und die Wachstumsrate der Hypothekarkredite blieb moderat. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum begannen langsam wieder zu steigen. Auch auf dem Wohnungskaufmarkt stieg die Nachfrage, allerdings weniger deutlich als im Negativzinsumfeld. Neben den Zinssenkungen trugen die positive Konjunkturentwicklung, ein weiteres Wachstum der Schweizer Wohnbevölkerung und eine weiterhin geringe Bautätigkeit zum Anstieg der Immobilienpreise bei. Die Überhitzungsrisiken auf dem Schweizer Immobilienmarkt blieben im Jahr 2024 hoch. Die SFMA beobachtete die Situation von Finanzinstituten, die stark im Segment der Anlageimmobilien investiert sind, genau. Dies ist vor allem auf die strukturellen Entwicklungen bei Anlageimmobilien und die zukunftsgerichteten Indikatoren möglicher Marktreaktionen zurückzuführen. Die SFMA führte vor Ort Aufsichtsprüfungen, Stresstests und Datenanalysen durch. Letztere wurden bei 45 Banken und Versicherungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass die von den Instituten verwendeten Bewertungsmodelle hinsichtlich der Art und Weise, wie sie verwendet werden, und der regelmäßigen Validierungen, die an diesen Modellen durchgeführt werden, verbesserungswürdig sind. SFMA stellte erneut fest, dass die Kriterien für die Erschwinglichkeitsberechnung von Einrichtung zu Einrichtung erheblich variierten. Im Rahmen ihrer Aufsichtsprüfungen vor Ort und im Rahmen ihrer allgemeinen Aufsichtstätigkeit stellte die SFMA fest, dass verschiedene Institute dazu neigten, die Kreditwürdigkeit ihrer Kreditnehmer zu überschätzen, und dass viele Banken einen zu hohen Anteil ihrer Kredite als „Ausnahmeregelungen“ vergaben, also als Kredite, die außerhalb ihrer eigenen Kreditvergabekriterien liegen. Abhängig von der Entwicklung des Risikoniveaus berücksichtigte die SFMA regulatorische Änderungen, beispielsweise die einheitliche Anwendung von Regeln bei der Berechnung der Erschwinglichkeit. Für Banken mit großen Risiken, die beispielsweise nicht über ausreichend verlustabsorbierendes Eigenkapital verfügten, ordnete sie unter anderem Eigenkapitalerhöhungen an. (Aus dem Jahresbericht 2024)

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